Hessische Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit

Buchübergabe durch die Hinterbliebenen und Betroffenen der Opfer des Anschlags von Hanau

Im Dezember 2025 hat der Präsident der HöMS, Dr. Walter Seubert, Herrn Gültekin, Herrn Koçak und Herrn Hashemi zur offiziellen Buchübergabe nach Wiesbaden eingeladen. Herr Gültekin und Herr Koçak sind Autoren des Buches mit dem Titel „Geboren, aufgewachsen und ermordet in Deutschland: Das zu kurze Leben meines Bruders Gökhan Gültekin und der Anschlag von Hanau“. Herr Hashemi (ebenfalls Opferangehöriger und selbst Opfer des Anschlags von Hanau) ist Autor des Buches mit dem Titel „Der Tag, an dem ich sterben sollte: Wie der Terror in Hanau mein Leben für immer verändert hat.“

Die Autoren hatten im Vorfeld den Wunsch geäußert, die oben aufgeführten Bücher persönlich an die Hochschulleitung der HöMS zu übergeben, um die Wichtigkeit des Umgangs mit dem Anschlag von Hanau und der daraus gezogenen Konsequenzen, darzustellen. An jedem Standort der HöMS wurde ein Buchexemplar der jeweiligen Bibliothek zur Verfügung gestellt, damit sich Beschäftigte der Hochschule, insbesondere Studierende, aus einer anderen Perspektive intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen können.

Unter den Anwesenden Gästen waren, neben den Buchautoren Herr Gültekin mit Beraterin, Herr Kocak, Herr Hashemi in Begleitung von Frau Duman (Beraterin), ebenfalls Erdogan Karakaya (E 4 - Polizeipräsidium Südosthessen) und Jonas Zinnäcker (Junge Gruppe - Gewerkschaft der Polizei), die von Dr. Walter Seubert (Präsident der HöMS) sowie Conny Rotter (Leiterin des Hochschuldidaktischen Dienstes - HöMS), Dr. Hande Abay-Gaspar (Forschungsstelle Extremismusresilienz - HöMS) und Waldemar Regner (Koordinierungsstelle Vielfalt und Politische Bildung - HöMS) in Empfang genommen wurden.

Beim gemeinsamen Austausch wurde dargestellt, welche Konzepte bereits nach dem Anschlag von Hanau durch die HöMS initiiert wurden. Bereits im April 2024 fand eine Vorführung des Filmes „Einzeltäter Teil 3: Hanau“ mit anschließender Nachbereitung mit dem Regisseur, einer Opfer-Angehörigen sowie Studierenden und Beschäftigten der HöMS statt. Dabei reflektierten sie gemeinsam den Anschlag aus der Betroffenenperspektive.

Die Koordinierungsstelle Vielfalt und Politische Bildung (KoST) der Hochschule hat mehrere Formate zum Thema Rechtsextremismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit entwickelt und eingeführt. Weiterhin wurde ein Extra-Konzept mit dem Titel „Resiliente Polizei“ entwickelt, wodurch Budget für die Fortbildung durch externe Anbieter in den Themenbereichen Vielfalt und politische Bildung in allen Polizeibehörden zur Verfügung gestellt wurde. Hauptamtliche Interkulturelle Sozialkompetenz-Koordinatoren konnten in den Polizeibehörden verankert werden, welche die Seminare zum Thema Vielfalt und Interkulturelle Sozialkompetenz durchführen und in diesen Themen den Transformationsprozess weiterhin vorantreiben.

Damit setzt die Hochschule ein klares Zeichen gegen jegliche Form von Diskriminierung, Rechtsextremismus sowie Menschenfeindlichkeit und für gesellschaftliche Vielfalt, eine reflektierte Perspektive im Studium und eine kritische Auseinandersetzung in der polizeilichen Weiterbildung.

Vier Personen blicken in die Kamera, zwei halten ein Buch in der Hand.

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