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Spitzensport in Hessen

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Zur Förderung des Spitzensports, zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Spitzensport und Beruf und mit dem Ziel einer Signalwirkung für den Breitensport in der Polizei und Verwaltung werden Spitzensportlerinnen und Spitzensportler mit zusätzlichen Anforderungen eingestellt.

Sportfördergruppen

 

Die Sportfördergruppe der Polizei Hessen studiert an der HöMS.

In einem gemeinsamen Projekt mit dem Landessportbund Hessen führte 2005 der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier als damaliger hessischer Innenminister die Sportfördergruppe der Polizei Hessen ein. Im Jahr 2007 schloss sich die Sportfördergruppe der Polizei Rheinland-Pfalz in einer Kooperation an. Bis heute haben 164 hessische und 47 rheinland-pfälzische Spitzensportlerinnen und Spitzensportler ihr Studium an unserer Hochschule begonnen. Es ist die größte Polizeisportfördergruppe im gehobenen Dienst in Deutschland.

Gibt es Unterschiede zum „normalen“ Studiengang?

Das Studium in der Sportfördergruppe unterliegt besonderen Voraussetzungen: Es wird nur am Campus Wiesbaden und nur im Studiengang Schutzpolizei angeboten. Vor der Einstellung im September eines jeden Jahres musste das Eignungsauswahlverfahren bestanden werden und ein Empfehlungsschreiben des Sportverbandes vorgelegen haben. Im Studium gibt es auch Unterschiede. Ab dem ersten Semester werden die Prüfungen in den Studienfächern, übrigens auch die im Fach Sport, analog abgelegt und die Mindestanforderung zum Bestehen muss natürlich erfüllt werden. Der spürbar größte Unterschied ist wahrscheinlich die Verlängerung der Studienzeit von den regulären drei auf viereinhalb Jahre. Durch das tägliche Training, Trainingslager und Wettkämpfe entstehen zwangsläufig Fehlzeiten. Um die geforderten Studieninhalte dennoch im gleichen Umfang abzubilden, erfolgt eine Streckung der insgesamt sechs theoretischen und praktischen Semester von 3 Jahre auf 4 1/2 Jahre.

Prof. Christoph Zinner sorgt als Tutor für die Sportfördergruppen an der HöMS mit individuellen Planungen und Absprachen für eine zielgerichtete Vorbereitung auf die Klausuren.

Polizeihauptkommissar Marko Schneider von der Koordinierungsstelle Spitzensport übernimmt die individuellen Absprachen für die Praktika-Semester auf den Dienststellen.

Nach dem bestandenen Studium entscheidet ein Gremium transparent, ob die Spitzensportlerin oder der Spitzensportler auf einen der 20 „Poolplätze“ übernommen wird und das Modell der Dualen Karriere weiterverfolgen kann.

Das Projekt hat sich in dieser Form mehr als bewährt. Vier olympische Medaillen, dazu zahlreiche Medaillen und Spitzenplatzierungen bei Welt- und Europameisterschaften sind ein starkes Signal und der Ertrag für die erfolgreiche Zusammenarbeit von mehreren Institutionen, im Studium eben das Teamwork der Polizei Hessen mit der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit.

 

 

Die Sportfördergruppe des Fachbereichs Verwaltung

Seit September 2020 ist es möglich, an unserer Hochschule auch Teil einer Sportfördergruppe im Fachbereich Verwaltung zu werden.

Dadurch wird es Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern des Landes Hessen, welche das Studium der Allgemeinen Verwaltung dem des Fachbereichs Polizei vorziehen ermöglicht, auch in diesem Fachbereich unter leistungssportfördernden Rahmenbedingungen zu studieren. Hervorzuheben ist an dieser Stelle zudem, dass die Sportfördergruppe Verwaltung auch Para-Sportlerinnen und Para Sportlern die Möglichkeit eröffnet, ein Studium innerhalb einer Sportfördergruppe zu absolvieren.

So konnte sich beispielsweise auch die Siegerin und mehrfache Medaillengewinnerin der Paralympischen Spiele in Tokio 2021 im Sportschießen Natascha Hiltrop für die Sportfördergruppe Verwaltung begeistern.

Grundvoraussetzung für die Aufnahme in die Sportfördergruppe ist die Zugehörigkeit zu einem Olympiakader, Perspektivkader, Teamkader, Ergänzungskader oder einem Nachwuchskader 1 der Spitzenfachverbände im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) oder eine Kaderzugehörigkeit in den entsprechenden Behindertensportverbänden. Mögliche Ausnahmefälle bilden Nachwuchskader 2 oder Landeskader mit der Aussicht auf internationales Niveau.

Um den Ansprüchen einer Sportfördergruppe gerecht zu werden, wurde die reguläre Studienzeit von drei auf viereinhalb Jahre mit dann insgesamt neun Semestern ausgedehnt, um genügend Freiraum und Kapazitäten für Trainingszeiten zu schaffen.

Für ein besonders abwechslungsreiches Studium sorgt die Vielfalt der Fachgebiete, welche sich einerseits in Studienfeldern wie Psychologie in der Verwaltung, Staat und Verfassung, Politische Rahmenbedingungen, andererseits aber auch stark geprägt durch rechtswissenschaftliche Studieninhalte aus Kommunalrecht, Zivilrecht, Dienstrecht, Sozialrecht und Verwaltungsrecht widerspiegelt.

Der fachtheoretische Teil des Studiums an der im Januar 2022 neu gegründeten Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit (HöMS) findet am Standort Wiesbaden statt.

Als erfolgreiche Unterstützung des Sportfördergedankens erweisen sich seit einiger Zeit verstärkt abgehaltene Online-Lehre. Diese schaffen mehr Zeit für Training und Wettkämpfe, da sie den Anteil der ortsgebundenen Teilnahme an Veranstaltungen deutlich reduziert. Die berufspraktischen Studienzeiten werden überwiegend in der Verwaltung des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport (HMdIS) und /oder dessen Geschäftsbereich absolviert.

Für die Zeit nach dem Studium ist auch gesorgt. So stehen bei entsprechender sportlicher Qualifikation zusätzliche Planstellen aus einem beim HMdIS geführten Stellenpool zu Verfügung. Das Ziel dieser Planstellen ist eine Vereinbarkeit von Berufsausübung und Leistungssport zu gewährleisten.

Vom stimmigen Konzept der Sportfördergruppe zeugen nicht zuletzt beispielhaft auch diese sportlichen Erfolgsmeldungen:

Sportschütze Fabian Otto wurde 2020 und 2021 Deutscher Meister und erreichte 2021 zweimal den 4. Platz bei den Weltmeisterschaften. Ruderin Sarjana Klamp errang 2020 den Titel der U23 –Europameisterin und gewann dort im Folgejahr die Silbermedaille. Hinzu kommen zahlreiche Medaillen bei Deutschen Meisterschaften. Die oben bereits erwähnte Natascha Hiltrop wurde jüngst zu Hessens Parasportlerin des Jahres 2021 gewählt.

Einstellungstermin ist in der Regel jeweils der 1. September eines jeden Jahres, einhergehend mit der Ernennung zur Inspektoren-Anwärterin bzw. zum Inspektoren-Anwärter.