Die Mitglieder der Rektorenkonferenz im Innenhof der Universität Speyer

Hessische Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit

Rektorenkonferenz der Hochschulen für den öffentlichen Dienst in Deutschland

Leitbild, Blended-Learning und Nachwuchsgewinnung - Die Rektorenkonferenz setzt den Weg zur Digitalisierung und Professionalisierung fort

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Auf der aktuellen Konferenz in Speyer standen wieder mehrere wichtige und interessante Themen im Vordergrund. Der thematische Aufschlag erfolgte am Vorabend der Konferenz durch Dr. Martin Klein, General Manager Public Services Industries at SAP, der vom Rektorat der Universität Speyer eingeladen und worden war und die Mitglieder der Rektorenkonferenz über die Entwicklungen im öffentlichen Dienst aus der Perspektive seines Unternehmens informierte.

1. Leitbild-Verabschiedung

Nach verschiedentlichen früheren Ansätzen, geeignete und aktuelle Leitsätze für die Hochschulen für den öffentlichen Dienst zu formulieren, hat die Rektorenkonferenz nun ihr Leitbild nach einer gut zweimonatigen Diskussion im Vorfeld verabschiedet. 

Das Leitbild setzt in der Präambel zunächst bei den zentralen Herausforderungen des öffentlichen Dienstes, wie z.B. den demographischen Wandel, an, um darauf hin die Rolle der Rektorenkonferenz und der Hochschulen im öffentlichen Dienst selbst zu bestimmen. Diese aktuelle und zukünftige Rolle besteht in dem Aufbau eines professionellen Kompetenz- und Kooperationsnetzwerks für den öffentlichen Dienst, das in Zukunft wichtige fachliche, entwicklungspolitische und formale Impulse für einen modernen öffentlichen Dienst in Deutschland geben und damit als Impulsgeber für Innovationen fungieren soll.

Gleichzeitig unterstreicht das Leitbild das Wertesystem von Freiheit und Demokratie, die in den Hochschulen für den öffentlichen Dienst eine ganz besondere Rolle einnehmen. In der konkreten Zielausrichtung werden die Leitlinien auf der Basis von Kooperation, Innovation und Integration zwischen den Hochschulen untereinander, aber auch in Bezug auf die Praxis besonders hervorgehoben und mit einigen konkreteren Zielen verbunden, u.a. gemeinsame Interessenvertretung, Aufbau von Leuchtturmprojekten. 

„Das Leitbild gibt eine sehr gute Orientierung darüber, was die Hochschulen wollen und wie Sie ihre Verantwortung für einen modernen öffentlichen Dienst wahrnehmen wollen“, zeigt sich Prof. Dr. Jürgen Stember, Präsident der Rektorenkonferenz der Hochschulen für den öffentlichen Dienst, mit dem einstimmig beschlossenen Dokument zufrieden.

Das Leitbild ist abrufbar unter: http://www.rkhoed.de/leitbild/  Öffnet sich in einem neuen Fenster

 

2. Positionspapier „Blended-Learning“

Auf der diesjährigen Rektorenkonferenz wurde erstmals auch ein Positionspapier verabschiedet, das sich mit der Situation der digitalen Lehre beschäftigt. Die Rektorenkonferenz sah dabei die Notwendigkeit, auf zentrale Entwicklungen und Erfolge hinzuweisen, weil sich zunehmend Stimmen vermehrt haben, die eine komplette Rückkehr zur analogen Lehre vor der Coronakrise erwarten.

In diesem Positionspapier werden deshalb nicht nur die Erfolge der digitalen Lehre hervorgehaben, sondern auch die Zielsetzung eines neuen „Blended-Learning-Konzepts“, das nicht nur aus digitaler, sondern aus „Blended-Learning besteht, d.h. einer modernen Mischung aus digitalen und analogen Lehranteilen. Um jedoch zu einer solchen modernen Mischung der Lehre zu kommen, müssen nicht nur die Träger, sondern auch die Praxis davon überzeugt werden, dass dieses Konzept das „Lehr- und Lernkonzept der Zukunft“ ist.

Insofern richtet sich das Positionspapier an alle Träger und politisch Verantwortlichen, die sich den großen Chancen der digitalen Lehre und des Blended-Learnings nicht verschließen dürfen und den in der Pandemie eingeleiteten Prozess einer nachhaltigen digitalen Modernisierung der Aus- und Weiterbildung an den HöD offensiv fördern, begleiten und auch einfordern müssen.    

Das Positionspapier ist abrufbar unter: http://www.rkhoed.de/positionspapiere/ Öffnet sich in einem neuen Fenster

 

3. Neue Homepage

Auf der Frühjahrskonferenz erfolgte auch die offizielle Vorstellung der neuen Homepage, die nicht nur mehr Funktionen und Informationen liefert, sondern vor allem auch einen neuen internen Bereich integriert, in dem nicht nur die zahlreichen Dokumente gesichert und abgelegt werden, sondern auch Kollaborationsplattformen für interne Arbeitsgruppen etc. angeboten werden. 

„Die neue Homepage soll Schritt für Schritt in Richtung einer interaktiven Informations-, Kommunikations- und Kooperationsplattform entwickelt werden, auf der in Zukunft auch der Praxis, also den Verwaltungen auf kommunaler, bundesstaatlicher und Bundesebene, interessante Angebote gemacht werden sollen,“ erläutert Prof. Dr. Jürgen Stember, Präsident der Rektorenkonferenz der Hochschulen für den öffentlichen Dienst, die zukünftigen Entwicklungsrichtungen.

Die neue Homepage ist erreichbar unter: http://www.rkhoed.de/ Öffnet sich in einem neuen Fenster

 

4. Nachwuchsgewinnung für den öffentlichen Dienst

Aber auch das Schwerpunktthema der Konferenz kam nicht zu kurz und widmete sich der ganz akuten Problematik der Nachwuchsgewinnung in den Verwaltungen und damit auch für die Hochschulen für den öffentlichen Dienst. Das Thema wurde mit einem Impulsreferat von Rainer Grieger, seines Zeichens Leiter der Abteilung 1, Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg und ehemaliger Präsident der Polizeihochschule in Brandenburg, mit dem Thema „Herausforderungen der Nachwuchsgewinnung“. In einem breiten Streifen zeigte er die Auswirkungen des demographischen Wandels und wie sich Behörden auf diese Situation bislang eingestellt haben und zukünftig einstellen müssen. Darüber hinaus fehlte es nicht an praktischen und konkreten Beispielen.

Nach einer intensiven Diskussion wurden am letzten Tag innerhalb von drei Arbeitsgruppen unterschiedliche Perspektiven der Nachwuchsgewinnung thematisiert, von neuen Anstrengungen und Möglichkeiten im Marketing bis hin zu innovativen und neuen Studienangeboten. Die umfangreichen Diskussionen, neuen Ideen und unterschiedlichen Vorstellungen sollen – so ein weiterer Beschluss der Konferenz – nun in ein neues Positionspapier einfließen, wo vor allem auch die Rolle der Praxis und das Verhältnis der Hochschulen zur Praxis in diesem Bereich einen Schwerpunkt darstellen soll. Bis zur Herbstkonferenz soll dieses Papier fertiggestellt sein.

Die nächste Frühjahrskonferenz wird vom 12.-14.10.2022 an der Thüringer Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung in Gotha (Thüringen) stattfinden.

Weitere Informationen:Prof. Dr. Jürgen Stember
Präsident der Rektorenkonferenz der Hochschulen für den öffentlichen Dienst
jstember@hs-harz.de   

 

Die Rektorenkonferenz der Hochschulen für den öffentlichen Dienst besteht bereits seit Ende der 70er Jahre und vereinigt aktuell 38 Hochschulen für den öffentlichen Dienst, insbesondere in den Bereichen Allgemeine Verwaltung, Polizei, Finanzen, Rechtspflege. Den Hochschulen für den öffentlichen Dienst gehören fast 700 Professoren und über 60.000 Studierende an und sind in jedem Bundesland verortet.  Mit unterschiedlichsten Aktivitäten wollen die Hochschulen für den öffentlichen Dienst sich stärker in das wissenschaftliche, aber auch gesellschaftliche und politische Bewusstsein in Deutschland einbringen und ihre Expertise zur Lösung aktueller Probleme anbieten. 

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