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Dunkelfeldstudie „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland“

Wie sicher fühlen sich die Menschen in Hessen, wie oft werden sie Opfer von Straftaten und wie nehmen sie die Polizei wahr? Antworten darauf gibt die Dunkelfeldstudie SKiD. Der erste Themenbericht für Hessen zum Sicherheitsgefühl ist jetzt erschienen.

Die Studie „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland“ (SKiD) ist eine bundesweite Befragung des Bundeskriminalamts (BKA) und der Polizeien der Länder. Sie ergänzt die Polizeiliche Kriminalstatistik. Diese enthält nur Straftaten, die der Polizei bekannt werden. SKiD fragt auch nach Straftaten, die nicht angezeigt werden – dem sogenannten Dunkelfeld. Dazu werden in regelmäßigen Abständen zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren befragt, auf Papier oder online. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Bevölkerung ab 16 Jahren in Privathaushalten. Es geht u. a. um Opfererfahrungen und Anzeigeverhalten, aber auch um das subjektive Sicherheitsempfinden und die Wahrnehmung der Polizei.

Für Hessen liegen jetzt Ergebnisse der zweiten Befragung aus dem Jahr 2024 vor. Hessen hat dafür deutlich mehr Menschen befragen lassen als 2020: Statt 684 liegen nun bis zu 2.331 auswertbare Antworten vor. Die Ergebnisse sind damit wesentlich aussagekräftiger. Erstmals lässt sich auch zeigen, wie sich die Antworten nach politischer Einordnung (von links bis rechts) und nach Migrationshintergrund unterscheiden. Außerdem hat Hessen eigene Fragen zum Einsatz von Technik im öffentlichen Raum sowie zur Wahrnehmung von politisch motivierter Kriminalität und Extremismus gestellt.

Die hessischen Daten wertet das Institut für Kriminologie und Präventionsforschung der HöMS unter der Leitung von Prof. Dr. Kristin Wolf aus. Nach einem ersten Ergebnisbericht mit einem Vergleich zwischen Hessen und dem Bund erscheinen nacheinander drei Themenberichte: zum Sicherheitsgefühl, zu Opfererfahrungen und Anzeigeverhalten sowie zum Vertrauen in die Polizei und zu Kontakten mit der Polizei. Der erste Themenbericht zum Sicherheitsgefühl liegt jetzt vor.

Die dritte Befragung (SKiD 2026) hat bereits stattgefunden. Ergebnisse dazu liegen noch nicht vor. Allen, die sich an den Befragungen beteiligt haben, danken wir herzlich.

FAQs SKiD 2026

Die schriftliche Befragung der Studie SKiD hat das Ziel, Erkenntnisse zum Dunkelfeld (also polizeilich nicht bekannt gewordenen Straftaten) für zahlreiche Straftaten zu gewinnen, darunter Vermögens- und Cyberdelikte, aber auch schwere Straftaten aus dem Bereich der Gewaltkriminalität. Der Grundfragebogen ist in ganz Deutschland gleich und umfasst vier Themen:

  • Opfererfahrungen: ob und unter welchen Umständen die Befragten Opfer von Straftaten wurden
  • Anzeigeverhalten: ob eine erlebte Straftat bei der Polizei angezeigt wurde
  • Sicherheitsempfinden: wie sicher man sich tagsüber und nachts an verschiedenen Orten fühlt, wie sehr man bestimmte Straftaten fürchtet, für wie wahrscheinlich man es hält, selbst Opfer zu werden, und ob man sich schützt oder bestimmte Orte und Situationen meidet
  • Polizei: Vertrauen in die Polizei, eigene Kontakte mit der Polizei und die Bewertung der Arbeit der Polizei

Außerdem werden einige Angaben zur Person erfragt, z. B. Alter, Geschlecht, Schulabschluss, Erwerbstätigkeit und Migrationshintergrund. So lässt sich zeigen, wie sich die Antworten verschiedener Gruppen unterscheiden.

SKiD geht auf einen Beschluss der Innenministerkonferenz (IMK) aus dem Jahr 2017 zurück. Ziel ist es, die Polizeiliche Kriminalstatistik dauerhaft um Erkenntnisse aus dem Dunkelfeld zu ergänzen. Deshalb wird die Befragung regelmäßig wiederholt:

  • 2020: Die erste Befragung lief von Oktober 2020 bis Januar 2021. Bundesweit wurden rund 122.700 Menschen angeschrieben, in Hessen knapp 2.000. Aus Hessen konnten 684 Fragebögen ausgewertet werden
  • 2024: Die zweite Befragung lief von Februar bis Juni 2024. Bundesweit wurden rund 186.000 Menschen angeschrieben. Hessen hat die Zahl der Angeschriebenen auf rund 6.000 erhöht; aus Hessen liegen bis zu 2.331 auswertbare Antworten vor. Neben Hessen haben sieben weitere Bundesländer mehr Menschen befragen lassen
  • 2026: Die dritte Befragung hat kürzlich stattgefunden, Ergebnisse liegen noch nicht vor

Die Ergebnisse von 2020 und 2024 lassen sich nur teilweise vergleichen, da einige Fragen geändert wurden.

SKiD wird aus Mitteln des Bundeskriminalamts finanziert. Länder, die mehr Menschen befragen lassen, bezahlen dies aus Mitteln ihres Innenministeriums. Zusätzlich wurden die ersten 3 Wellen von SKiD von der Europäischen Union aus dem Fonds für die Innere Sicherheit (ISF) mitfinanziert.

SKiD ist eine gemeinsame Studie der Polizeien von Bund und Ländern. Mit der Umsetzung ist das Bundeskriminalamt beauftragt; es arbeitet dabei eng mit den Ländern zusammen.

Die Befragung selbst übernimmt ein externes Institut. Es verschickt die Unterlagen und bereitet die Antworten in Abstimmung mit dem BKA auf. 2020 und 2024 war dies das infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft in Bonn, 2026 das Institut Verian.

In Hessen hat die HöMS in Person von Prof. Dr. Kristin Wolf die Umsetzung der Befragung wissenschaftlich begleitet. Die hessischen Daten wertet das Institut für Kriminologie und Präventionsforschung der HöMS unter ihrer Leitung aus.

Die bundesweiten Ergebnisse der Befragung 2024 hat das Bundeskriminalamt am 20. April 2026 veröffentlicht.

Bundesergebnisse: Ergebnisbericht SKiD 2024 des BundeskriminalamtsÖffnet sich in einem neuen Fenster

Viele Ergebnisse können Sie außerdem im SKiD-DashboardÖffnet sich in einem neuen Fenster des BKA selbst abrufen.

Ergebnisse für Hessen

Das Erhebungsinstitut und das BKA schützen die von den Befragten übermittelten Daten. Das Erhebungsinstitut und das BKA nutzen aktuelle technische Maßnahmen zur Gewährleistung der Datensicherheit, insbesondere zum Schutz der personenbezogenen Daten vor Gefahren bei Datenübertragungen sowie vor Kenntniserlangung durch Dritte. Diese werden dem aktuellen Stand der Technik entsprechend jeweils angepasst.

Die Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) und der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sowie weiterer relevanter datenschutzrechtlicher Bestimmungen werden vom BKA und dem Erhebungsinstitut umgesetzt.

Detaillierte Informationen zu SKiD finden sich auch im Internet auf den Seiten des BKAÖffnet sich in einem neuen Fenster.

Europaflagge zeigt 12 goldene, fünfzackige Sterne in einem Kreis auf blauem Hintergrund.

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