Hessische Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit

45 Jahre Frauen bei der Hessischen Schutzpolizei

Gelöste Stimmung an der HöMS anlässlich des Jahrestages „45 Jahre Frauen bei der Hessischen Schutzpolizei“. Am 1. Oktober 1981 machten 38 Frauen den Anfang. Gut 1.000 Bewerbungen gingen damals ein. Erstmals begannen Frauen in Hessen ihre Ausbildung für den Dienst in der Schutzpolizei. Die HöMS lud durch die Gleichstellungsbeauftragten Sabine Neuwirth und Tina Schneider ein und der Raum füllte sich bis auf den letzten Platz. Pionierinnen nannte der Präsident Dr. Walter Seubert die Damen der ersten Stunde, welche sich ebenfalls unter den Gästen befanden.

Präsident Dr. Walter Seubert begrüßt bei der Veranstaltung 45 Jahre Frauen in der Hessischen Schutzpolizei

Die Landespolizeivizepräsidentin Dr. Susanne Stewen hob hervor, dass aktuell gut 1/3 der Stellen in Hessen mit Frauen besetzt seien. Angesichts des Anteils der Frauen an der Bevölkerung sei da aber noch Luft nach oben. Ebenfalls dürften sich gerne mehr Frauen auf Führungspositionen bewerben. Frauenförderung dürfe aber keine reine Frauenaufgabe sein. Da seien auch die Männer gefragt.

Eröffnungsrede Dr. Stewen bei der Veranstaltung 45 Jahre Frauen bei der Hessischen Schutzpolizei

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion an der Kathrin Lochner, ehemalige Dozentin an der HöMS, Ursula Simonis, Leiterin des ZPD, Andrea Götz, ehemalige Leiterin PÖA des PP Westhessen, Brigitte Weber, Leiterin des Bereiches Personal Tarif an der HöMS und die Studienvertreterin und Studierende aus der Sportfördergruppe und Bobfahrerin Katharina Wick teilnahmen, wurden allerlei Anekdoten zum Schmunzeln, aber auch nachdenkliche Geschichten erzählt.

Sicherlich waren die Frauen der ersten Stunde Kraft Amtes Autoritätspersonen, aber die Wirklichkeit sah anders aus. Es gab das Gefühl ständig beäugt zu werden. Auch offene Ablehnung mussten sie erfahren, sowohl vom Bürger, wie auch durch die eigenen männlichen Kollegen. Aber auch von guten Erfahrungen berichteten die Frauen und sagten mit Stolz, dass sie froh über ihre Entscheidung, zur Polizei gegangen zu sein, sind.

Als reine Frauenklasse fingen sie an. Keiner, auch das Lehrpersonal, wusste so richtig mit den Damen umzugehen. Toiletten, Waschräume, alles musste erstmal hergerichtet werden. Die Uniformen mussten entwickelt und angepasst werden. Furchtbar ließen sich die ersten Uniformen tragen. Und was sollte eigentlich mit der dienstlichen Handtasche geschehen?

Mutig und nicht selbstverständlich war die Entscheidung, sich vor 45 Jahren für einen reinen Männerberuf zu entscheiden. Was wohl aus der Polizei geworden wäre, wenn es keine Frauen gäbe. Sie prägen die Polizei in ihrer ganzen Vielfalt, haben sie stärker gemacht und sind heute eine Selbstverständlichkeit und nicht mehr wegzudenken. Sie verdienen unseren Respekt. Ein Hoch auf die Frau!

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