Mit dem Film „Soldaten des Lichts“ und der Anwesenheit der beiden Regisseure Julian Vogel und Johannes Büttner startete im Oktober an den Campus Wiesbaden und Mühlheim eine Filmgesprächsreihe, die in einem speziellen Format insbesondere den politischen Bildungsauftrag der HöMS im Fokus hat. Bis Januar finden an allen Campus zu drei anderen Filmen mit unterschiedlichen thematischen Ausrichtungen noch weitere Filmgesprächsabende statt (siehe Veranstaltungsplakat). Eingeladen sind die Angehörigen der HöMS, ausdrücklich aus allen Bereichen der Hochschule. Moderiert werden die Veranstaltungen von Kathrin Hartmann, Cornelia Rotter und Peter Schmidt.
Die ausgewählten Dokumentarfilme gewähren tiefgehende Einblicke in sehr unterschiedliche Bereiche, die unsere Gesellschaft gegenwärtig bewegen und zum Teil polarisieren: Fragen staatlicher Infrastruktur und öffentlicher Daseinsvorsorge, die Verbreitung von Verschwörungsideologien, die Folgen rechtsextremer Gewalt sowie die Veränderungen der politischen Landschaft in Deutschland. Keine Randthemen also, sondern gesellschaftliche Entwicklungen, denen die Studierenden der HöMS, aber auch die Teilnehmenden der hochschulischen Fortbildungsveranstaltungen, bereits heute und im weiteren Berufsleben begegnen.
Diese Ausgangslage stellt auch besondere Anforderungen an die HöMS hinsichtlich ihrer bildungspolitischen Verantwortung: Die Hochschule bildet nicht nur Fachkräfte für die Allgemeine Verwaltung, die Deutsche Rentenversicherung und die Polizei des Landes Hessen aus. Sie bereitet zugleich Menschen darauf vor, Verantwortung für das Funktionieren unseres demokratischen Rechtsstaates zu übernehmen. Wer (zukünftig) staatliche Institutionen repräsentiert, Verwaltungsentscheidungen trifft oder für die Sicherheit unserer Gesellschaft einsteht, benötigt neben fachlicher Kompetenz auch demokratische Urteilskraft, Dialogfähigkeit und die Fähigkeit, gesellschaftliche Konflikte einzuordnen und auszuhalten. Politische Bildung an einer Hochschule des öffentlichen Dienstes muss deshalb die Kompetenz fördern, demokratische Werte zu verstehen, zu vertreten und gegen ihre Infragestellung argumentativ zu verteidigen.
Hierfür soll die aktuelle Veranstaltungsreihe einen Raum schaffen. Sie zielt darauf ab, die jeweiligen Themenfelder unter fachlicher Anleitung, im Austausch mit Filmschaffenden und anderen Mitgliedern der Hochschule sowie innerhalb eines demokratischen Diskursrahmens kritisch zu reflektieren. Die Anwesenheit der Regisseure ermöglicht dabei weit mehr als die reine Filmvorführung: Die Teilnehmenden erhalten Gelegenheit, Fragen zu stellen, Perspektiven kritisch zu hinterfragen, die Entstehungsgeschichte der Filme nachzuvollziehen und die gesellschaftlichen Reaktionen auf die jeweiligen Werke zu diskutieren.
Dass dies gelingt, wurde bereits in den beiden ersten Veranstaltungen eindrücklich unter Beweis gestellt: Ohne erkennbare Berührungsängste auf beiden Seiten entwickelte sich in kürzester Zeit ein bemerkenswert offener, neugierig-engagierter und konstruktiv-kritischer Diskurs zwischen Zuschauenden, Filmschaffenden und Moderationsteam – kurzweilig und inhaltsstark. Nach Ansicht aller Anwesenden in der Gesamtbetrachtung Veranstaltungen von hohem Wert: Sowohl für die Förderung politischer Bildung und demokratischer Urteilskompetenz an der HöMS, als auch zur Stärkung der individuellen Fähigkeit zur kritischen Reflexion, sachlichen Auseinandersetzung und zum demokratischen Dialog. Ganz im Sinne also des hochschulischen Anspruchs, eine Aus- und Fortbildung zu gewährleisten, die fachliche Exzellenz mit demokratischer Verantwortung verbindet.
Die kommenden Veranstaltungen werden dieser Zielorientierung mit anderen Themenschwerpunkten – und gerne auch noch mehr Zuschauenden – weiter folgen.